Mein Tag mit Serum 114

 

Wow, was war das für ein Tag? Aber von Anfang an! Am letzten Wochenende hatte ich die Möglichkeit bekommen, Serum 114 einen Tag lang auf ihrer „Der Tag mein Feind“ Tour zu begleiten und das Ganze fotografisch festzuhalten. Okay- das Ganze beschränkte sich auf den Nachmittag, die Vorbereitungen, Soundcheck und das Konzert. Aber hey- wer bekommt schon die Möglichkeit eine seiner Lieblingsbands zu begleiten, zu fotografieren und bei dem Ganzen mal hinter die Kulissen zu schauen? Ich bin auch sicher kein Groupie, welcher nur in die Nähe seiner „Lieblinge“ sein will. Nein, ich war einfach dankbar für diese Chance und bereit tolle Fotos von diesem Tag zu machen. Aber der Reihe nach.

 

Es war ungefähr 13:30 Uhr als ich mich auf den Weg nach Dresden machte, wo das Konzert stattfinden sollte. Ein etwas komisches Gefühl begleitete mich schon… Schließlich macht man das nicht jeden Tag und ich kannte von der Band und Crew niemanden persönlich. Was würden die denken, wenn da so ein dahergelaufener Hobbyfotograf mit Minimalausrüstung in der Tür steht und sagt: „Hey, hier bin ich!“? Die hatten bestimmt nicht auf mich gewartet. Jedoch hatten sie mir die Möglichkeit gegeben dabei zu sein! Voller Ungewissheit auf das was da kommt, stand ich dann 15 Uhr in Dresden im Club Puschkin. Mit Durchfragen bei bärtigen Menschen (stellten sich als Gitarrist und Sänger von Engst heraus) wurde ich zu Daniel, dem Tourmanager, gelotst. Völlig unkompliziert teilte mir dieser mit, dass es kein Thema wäre überall Bilder machen zu können. Nun stand ich da- in einem Raum mit den Bands und deren Team. „Na gut, wird schon schiefgehen“ dachte ich mir. Leider war das Wetter draußen alles andere als gemütlich, was auch mein Auto zu spüren bekam. Also fielen Bilder draußen auf dem Clubgelände leider aus. Im Club selbst war es allerdings auch recht dunkel. Da ich aber versprochen hatte den Ablauf nicht zu stören und keinen Blitz zu benutzen, musste ich wohl oder übel mit der Situation klarkommen. Nach und nach stellten sich Band- und Crewmitglieder bei mir vor, oder ich mich bei ihnen. Alle waren wirklich meganett und es schien keinen zu stören, dass dort irgendein „Fotohonk“ zwischen ihnen rumspringt. Natürlich gebietet es die Freundlichkeit und meine gute Erziehung mich nicht aufdringlich daneben zu stellen oder alle blöd von der Seite vollzuquatschen. Trotzdem kam ich mit fast allen über kurz oder lang ins Gespräch und bekam einen kleinen Einblick in den Touralltag. Schon amüsant und teilweise erschreckend, wenn man vom Verhalten und Gebaren anderer, bekannterer Bands erfährt. Tja, das sind halt alles auch nur Menschen, obwohl sich einige davon sicher für mehr halten. Aber zurück zur Location! Da ich mich völlig frei bewegen konnte, erlebte ich den kompletten Soundcheck, hatte Zugang zu zum Cateringbereich und auch zum Rückzugbereich von Serum 114. Ich hielt es für ein Gebot der Höflichkeit, letzteren nicht aufzusuchen, auch wenn ich mich im Nachhinein etwas ärgere, dass ich das nicht tat. Aber Zurückhaltung finde ich da angemessener. Die Zeit verging wie im Flug und schnell war es 20 Uhr. Nun öffneten sich die Türen des Clubs für die Zuschauer. Band- und Crewmitglieder wurden etwas hektischer. Vor allem Daniel war jetzt überall und nirgends zu finden. Als Erste betraten „Biest“ die Bühne. Ganz ehrlich- die hatte ich vorher noch nie gehört. Aber stark was die Band um Sängerin Jen da raushauten. Nicht schlecht Herr Specht! Die Frau toppt in Sachen Bühnenperformance manchen Hardrock Frontmann. Auch das Publikum ging schön mit.

 

Als nächstes sollte die Jungs von Engst auftreten. Von Matthias Engst, dem Sänger hatte ich schon gehört. Ich wusste, dass er ein begnadeter Sänger ist und meine mich zu erinnern, dass er Teilnehmer der VOX Castingshow „Die Band“ war und diese sogar gewann. Allerdings wurde die Show nach zwei Folgen, mangels Zuschauer, wieder abgesetzt. Ganz ehrlich.... ich hätte nie gedacht, dass sich hinter so einem „Castingheini“ so eine coole Socke verbirgt. Geiler Typ. Musikalisch sowieso. Die hatten das Publikum von vorn bis hinten im Griff. Muss echt sagen, dass mir das wirklich gefallen hat.

 

Nun war das Publikum heiß und fieberte Serum 114 entgegen. Kurz vor deren Auftritt hatte ich dann auch noch die Möglichkeit mich kurz mit „Esche“ zu unterhalten. Bis dahin wusste ich nicht mal, dass er selbst auch fotografiert. Es folgte also ein kurzer Smalltalk über Fotografie, in dem er mir sagte, dass er meine Fotos gut findet und was er persönlich aber anders machen würde. Hmmm, vielleicht ist davon ja was bei mir hängen geblieben...? ;)

 

Es war soweit....der Raum war dunkel, die Bühne schemenhaft beleuchtet und das Intro erklang. Unter „Serum, Serum“ Rufen betraten die Bandmitglieder nacheinander die Bühne. Licht an, Musik ab...Los ging sie, die wilde Fahrt! Tja, Bilder sagen mehr als 1000 Worte. Was die vier da auf der Bühne ablieferten ist schon Weltklasse! Jeder Einzelne ist da Vollblutmusiker und das merkt man! Auch Hut ab vor Myriam von M, welche mit den Jungs ihren gemeinsamen Song "Ich lebe!" zum Besten gab. Ein Song in dem es darum geht, seine Zeit, die man hat, zu nutzen und zu leben. Gänsehaut pur- vor allem wer Myriams Geschichte und Engagement kennt. Aus fotografischer Sicht freute ich mich natürlich auf Esches Ausflüge ins Publikum, welche ich schon von diversen Konzertbesuchen kannte. Mein persönliches Highlight war und ist, wenn Markus und Thorsten sich mit ihren Gitarren an den Bühnenrand setzen und sich Nils mit Trommel und Esche mit Gitarre, ins Publikum mischen und „Sag nicht, ich hab den Glauben verloren" zum Besten geben. Ganz groß! Publikumsnahe Bands wie Serum und auch Engst und Biest, sind eben die Besten. Da kacken die großen unnahbaren in meinen Augen alle ab! Ich möchte auch „Dubi“, dem Merchandiser von Serum, „Danke“ sagen für ein tolles Gespräch und der garantierten Fahruntauglichkeit, die ich gehabt hätte, wenn ich jedes Mal „Ja“ gesagt hätte, als er mich frug, ob ich etwas trinken will. Hoffe das klappt mal auf einem Festival, wenn ich danach nicht mehr fahren muss.

 

Und so neigte sich ein mega Konzert seinem Ende zu. Tolle Show, tolles Publikum und alles stressfrei. Also rundum gelungen. Während sich der Club leerte und die Crew am Aufräumen war setzte ich mich, um mir noch ein Abschlussbier zu gönnen....

 

Abschließend muss ich sagen, dass es in dem so Club dunkel war wie in einem Bärenarsch. Was natürlich eigentlich nur mein Problem als Fotograf (ohne Blitz) ist. Allerdings durfte ich ein tolles Konzert erleben und vor allem tolle, nette, völlig bodenständige Menschen kennenlernen und erleben, bei dem was sie lieben. Das war für mich eine super Erfahrung! Ich hoffe das wirklich nochmal wiederholen zu können. Vor allem hoffe ich natürlich auch, dass trotz grenzwertiger Lichtbedingungen einige gute Fotos dabei sind und sie allen Beteiligten gefallen.

 

 

 

 

 

Danke Kuckuck

 

 

 

Verwendetes Equipment: Kamera   - Sony Alpha 6000

                                                         - Sony Alpha 7

 

                                         Objektive - Sigma Art 19 mm / 2.8

 

                                                           Sigma Art 30 mm / 2.8

 

                                                           Samyang 85 mm / 1.4

                                                          

                                                           Canon FD 28 mm / 2.8 (adaptiert)

 

                                                           Canon FD 50 mm / 1.4 (adaptiert)

...ach ja...der Wind und mein Auto...:D

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