Die 4 wichtigsten Tipps zur Bildgestaltung

Das wichtigste in der Fotografie ist nicht die Technik, sondern dein Blick durch die Kamera bzw. wie du deine Bilder aufbaust und gestaltest. Dazu gibt es einige wichtige Regeln und Techniken. Nun bin ich nunmal aber nicht der große Fan von Regeln... trotzdem haben mir diese folgen Tipps enorm weitergeholfen mit meinen Bildern beim Betrachter eine bessere Wirkung zu erzielen.

 

Die Drittel Regel

Häufig hört man von der Drittel Regel oder dem Goldenen Schnitt. Den Goldenen Schnitt lassen wir mal außer Acht, da dieser etwas mehr Erklärung bedarf und garnicht immer so einfach ist.

Bei der Drittelregel teilt man sein Bild gedanklich vertikal und horizontal in jeweils 3 gleichgroße Teile. Die ergibt insgesamt neun gleichgroße Rechtecke.

Nun gibt es verschiedene Varianten. Zum ersten könnte man mit dieser Methode dem Hauptmotiv 2/3 des Bildes gewähren und somit das Motiv dadurch betonen (Bild1).

Oder man setzt sein Hauptmotiv auf eine der waagerechten oder senkrechten Linien. Daurch wirkt deutlich interessanter als in der Mitte des Bildes (Bild2).

Bei der Variante in Bild 3 setzt man sein Hauptmotiv auf einen der vier Schnittpunkte, an dem sich die waagerechten Linien mit den senkrechten kreuzen. Zusätlich kannst du, wie auf dem Bild, Häuserkanten o.ä. als "Drittelteilung" verwenden. Dadurch wird zusätzlich betont, das, wie auf Bild 3, das rechte Drittel nicht der interessante Teil des Bildes ist, sondern die linken 2/3, welche dem Hauptmotiv gehören.

Das ganze funktioniert natürlich auch mit den horizontalen Linien. Zum Beispiel als Abgrenzung zwischen Meer und Himmel... 2/3 Himmel und 1/3 Meer.

Beachtet ihr diese Regel in den meisten Fällen, wirken eure Bilder deutlich aufgeräumter und ausdrucksstärker!


Einrahmungen

Einrahmung sind ein sehr beliebtes Stilmittel und werden sehr häufig eingesetzt. Ich selbst nutze diese auch liebend  gern. Durch Einrahmungen wird der Betrachter fast schon gezwungen auf das Hauptmotiv zu schauen.

Was könnt ihr als "Rahmen" benutzen?

Nahezu alles! Sieh zum Beispiel Bild 1. Dort habe ich die Gegebenheiten der Terasse genutzt. Das Dach bildet hierbei den oberen Teil des Rahmens, die Sessel den rechten bzw. linken Teil und folgt man dem unteren Teil des Rahmens, dem Boden, landet man zwangsläufig beim Meer. Im Bild 2 sehen wir das ich Bäume und Sträucher genutzt habe, um das Bild einzurahmen. Auch hier wird der Blick des Betrachters unwilkürlich auf das Hauptmotiv, das Schloß gelenkt. Und Bäume, Sträucher, etc. findet man fast überall ;) Alles nur eine Frage des Blickwinkels ;)

Bei Bild 3 habe ich die Karosserie das Autos genutzt, um das Hochzeitspaar einzurahmen bzw. zu betonen.

 

Wie ihr seht ist mit ein klein wenig Fantasie ziemlich viel möglich. Natürliche Einrahmungen findet fast überall....Torbögen, Häuser, Fenster, Zäune....etc.

Aber vorsicht, gestalte den Rahmen nicht zu groß. Beschneide ihn notfalls mit Bearbeitungsprogamm falls dies der Fall sein sollte.

 


Linien und Formen

Linien und Formen sind schlichte Gestaltungsmöglichkeiten für ein Bild und fast überall zu finden. Zum einen können Linien, oder auch Formen unseren Bilck leiten. Und zwar hin zum Hauptmotiv. Wie in Bild eins zu sehen ist, leiten die Gleise unseren Blick fast schon automatisch zum Hauptmotiv des Bildes. Unweigerlich bekommt man dadurch vermittelt um was es in diesem Bild geht. In Bild eins wird klar zum dem Auto geführt. Man kann also mit einfachen Mittel ein Hauptmotiv betonen, indem man es in mitten der bildführenden Linien platziert. Allerdings nicht zu klein ;) Es ist auch möglich das uns diese Linien, wie eine Straße, die zu einem bestimmte Punkt im Bild führen, sei es zu einem Berg, o.ä. oder eine Wurzel, welche über ihre Verzweigungen zum Baum, dem eigentlichen Motiv, hinführt.

Möglichkeit zwei in Bild zwei zeigt wie man durch Linien und Formen ein Bild in 2/3 und 1/3 aufteilt, und gleichzeitig den Blick des Betrachtern zu der Insel, dem Ziel der Bootsfahrt leitet.

Eine weitere Möglichkeit ist Linien und Formen und als Abgrenzung und/oder Trennung zwischen zwei Motiven zu nutzen. Dadurch erreicht man, wie in Bild drei, eine Verstärkung der Gegensätze im Bild. So wie in diesem Bild zwischen arm und reich.

 


Schärfe und Unschärfe

Last but not least... Schärfe und Unschärfe.

Die meinsten kennen es, oder wissen um die Wirkung. Um ein Motiv besonders zu betonen, legt man den Fokus auf eben jenes Motiv und versucht mittels großer Blende den unwichtigen Teil des Bildes unscharf zu machen.

Dabei finde ich persönlich allerdings wichtig, den unscharfen Teil des Bildes nicht zu unscharf zu machen, außer bei reinen Portraits, da ja dort das Augenmerk auch auf der Person liegen soll. Bei anderen Motiven, wie in den abgebildeten drei Bildern, sollte man trotzdem im unscharfen Teil des Bildes erkennen, um was es geht.

Auf Bild eins sollte es um eine Szene in einem Diner gehen. Dabei war mir wichtig, dem Betrachter auch auch den typischen "Dinerlook" und die typische Sitzanordnung eines Diner mit rüberzubringen.

Hätte ich auf Bild zwei die Zuschauer komplett unscharf gemacht, hätte ich das Bild auch im Proberaum aufnehmen können. Und keiner hätte etwas von der Konzertatmosphäre mitbekommen.

Bild drei erklärt sich fast von allein. Ohne die Details des Oldtimer in dem das Model sitzt, würde dem Bild irgendwas fehlen. Noch dazu sieht man dadurch die Enge und ein wenig der Technik dieses Gefährts und das ganze wirkt wesentlich authentischer.


Wie du siehst, alles keine Wissenschaft. Wenn man sich vorher schon dieser Tipps bewusst ist, und diese anwendet, kommen sicher andere Ergebnisse raus, als wenn man "wild drauf los knippst". ;)

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