Endless Summer Festival 2017

 

Etwas spät, aber besser als nie, habe ich mich dazu durchgerungen noch kurz über das diesjährige Endless Summer Festival in Torgau zu schreiben. Dafür muss ich kurz ausholen... Eigentlich fahre ich seit Jahren zu Punk oder Hardcore Festivals und Konzerten. Allerdings musste ich aufgrund der Arbeit die letzten paar Jahre einiges ausfallen lassen...leider! So war das auch beim ESF. Das letzte Mal war ich ungefähr vor fünf oder sechs Jahren da. Aber dieses Jahr wollte ich unbedingt wieder hin! Allerdings stellte ich schnell fest, dass ich mit meinen 38 Jahren einer der Wenigen in meinem Bekanntenkreis bin, welcher gern und (mittlerweile wieder) regelmäßig zu Hardcore und Punk Events geht. Hmmm...Also musste ich das wohl auf eigene Faust in Angriff nehmen. Und wenn ich schon allein gehen würde, dann könnte ich doch versuchen eine Akkreditierung zu bekommen und meine Kamera mitnehmen. Gesagt, getan... Akkreditierung bekommen, Kamera eingesackt und los!

 

Das Lineup hatte es auch dieses Jahr wieder in sich. Von deutschen Bands wie Lousy, Eastside Boys, Mad Sin und Toxpack bis hin zu internationalen Größen, wie Madball, Perkele, Turnstile und Terror.

 

Ich will keinen kompletten Festivalbericht schreiben, also beschränke ich mich auf die für mich persönlich besten Acts. Leider war es mir nicht möglich Donnerstagabend anzureisen und Slapshot zu sehen. Da habe ich echt was verpasst. Das Erste was ich am Freitag sah, waren Lions Law und danach Siberian Meat Grinder. Zwar nicht meine Favoriten, aber beide doch richtig gut. Die erste Band die richtig Alarm machte -und das war absehbar- war Turnstile. Junge, Junge... wie Gummibälle. Pure Power was die Jungs, rund um Frontmann Brendan Yates, da raushauten. Noch dazu gab es bei der Tentstage keinen Graben mehr. Stagedive marsch! Ich brauche gar nicht zu erwähnen was man bei solchen Bands für Bilder bekommt. Wahnsinn! Und der nächste Wahnsinn wartete schon ca. eine Stunde später in Form von Risk It!. -„Gummibälle deutsche Version“- , sag ich nur. Aus fotografischer Sicht hätte ich nach den beiden Bands heimfahren können, aber natürlich tat ich das nicht. Und genau dafür sollte ich auch belohnt werden! Nachdem beim Auftritt von Mad Sin kurz Wolken aufzogen und es anfing zu regnen (was keinen Einfluss auf deren super Gig hatte), freute ich mich auf mein Tageshighlight: Terror. Zum Glück im Zelt! Nicht wegen des Regens, sondern wegen der Bühne ohne Graben. Was soll ich sagen? Scott Vogel und Co. muss man einfach live gesehen haben. Der absolute Abriss der Tentstage :D. Mehr muss ich nicht sagen, denke ich. Das konnten die folgenden Auftritte von Dritte Wahl und Miozän aus meiner Sicht einfach nicht toppen. Beide klasse, aber ich bin nun mal Hardcorefreak! So endete mein Freitag Nachts um eins. Etwas durchnässt, aber glücklich schlich ich von dannen.

 

Da ich auswärts untergebracht war, begann mein Festivalsamstag pünktlich kurz vor dem Auftritt von Lousy aus Chemnitz. Lousy live auf der Bühne ist fast immer eine Mischung aus verdammt gutem Streetpunk und Standup Comedy. Weltklasse - der Herr Böhme am Mikrofon. Ein Original durch und durch.

 

Kurz darauf Jesus Piece auf der Mainstage. Schade, dass so Wenige sich aufrappeln konnten um sich das anzuschauen. Deutlich voller wurde es jedoch dann ca. 1,5 Stunden später bei den Eastside Boys aus Berlin. Auch Klara wollte deren Auftritt wahrscheinlich nicht verpassen und strahlte nun in beeindruckter Stärke vom Himmel. Bestes Festivalwetter mit Sonnenschein und auf der Bühne die Jungs aus Berlin. Was will man mehr an einem Samstagnachmittag? Ich wusste was das Ganze noch toppen würde....Punishable Act im Zelt! Und dann noch eine Kamera in der Hand....Haha, perfekt! Es war klar, dass ich nicht enttäuscht werden würde. Wie eh und je rockten die Berliner Hardcore Urgesteine das brechend volle Zelt! Die entstandenen Fotos sollten auch dem letzten Kritiker zeigen, dass PA, auch heute noch, den Hardcoregrößen aus "Amiland" in nix nachsteht. Als nächster für mich wichtiger Act, folgten Crushing Caspars. Beständig und gut wie immer. Punkt ;) Gespannt war ich auf den folgenden Auftritt von Berliner Weisse, welche ich noch nicht live gesehen hatte. Stark, was die auf die Bühne brachten! Ich selbst ergriff die Chance Fotos von der Bühne aus zu machen. Eine Möglichkeit, die man als Fotograf leider nicht immer und überall bekommt. Fotos zu machen von einer Streetpunk/ Deutschpunk Band im Gegenlicht der tiefstehenden Sonne hat etwas Beruhigendes :) Nein, klasse....Danke für die Möglichkeit! Die zweite Band die ich noch nie live gesehen hatte bis dato - man mag es nicht glauben- war Toxpack. Eine richtige Größe aus demselben Genre wie Berliner Weisse. Dass es bei solchen Größen trotz leichten Regens voll vor der Bühne ist und das Publikum abgeht, ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Extrem kurzweiliger Auftritt. Doch einer sollte auch das in den Schatten stellen- ich hebe niemanden in den Himmel, aber Ehre wem Ehre gebührt: Freddy Cricien und Madball zeigten auch hier einmal mehr was sie auszeichnet. Zusammen mit dem Auftritt von Terror am Vortag, war klar wer die Größen der Hardcoreszene sind. Man muss nicht viele Worte darüber verlieren. Es war wieder einmal mega! Einziger Wermutstropfen... auf der Hauptbühne, mit Graben, ist toll, aber wer Madball mal in kleinen Clubs oder auf "grabenfreien" Bühnen erlebt hat, weiß, dass es fast nicht besser geht! ;) Fotografisch ist es fast unmöglich Freddy während der Show zu erwischen...der steht fast nie still :D Super Auftritt auf jeden Fall. Für alle Freunde des Oipunk folgten im Anschluss Perkele aus Göteborg. Grundsolider Arbeiterklassenpunk vom Allerfeinsten. Auch wenn deren Bühnenpräsenz nach einem Auftritt von Madball aussieht, als wären Perkele festgeklebt...;) Trotzdem ist deren Musik einfach nur klasse. Tja, und mit deren Auftritt endete mein ESF 2017. Völlig zufrieden, mit 1600 Bildern im Gepäck und dem Wissen, dass ich das kommendes Jahr unbedingt wieder so machen will, machte ich mich auf den Rückweg ins Gebirge.

 

Mein abschließendes fotografisches Fazit: Wahnsinn! Aber geh nicht unbedingt bei Turnstile, mit Kamera in die ersten Reihen....das tut mitunter richtig weh :D

 

Ansonsten tolle Menschen, klasse Bands, überall Motive und null Stress.

 

Auf die nächsten 20 ESF´s, Ecke ;)

 

 

 

PS: Es handelt sich hierbei um meine persönlichen Eindrücke, Erfahrungen und Vorlieben.

 

 

 

 

Verwendetes Equipment: Kamera   - Sony Alpha 6000

 

                                         Objektive - Sigma Art 19 mm / 2.8

 

                                                           Sigma Art 30 mm / 2.8

 

                                                           Samyang 85 mm / 1.4

 

                                                           Canon FD 50 mm / 1.4 (adaptiert)

 

 

 

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